„Können Sie das in die Zeitung geben …?“
Diesen Satz höre ich seit vielen Jahren in der PR immer wieder. Und er klingt einfacher, als er ist. Denn „in die Zeitung kommen“ ist kein Zufallsprodukt – und auch keines, das man einfach buchen kann. Es ist das Ergebnis von Vorbereitung, Sorgfalt und einem echten Verständnis dafür, wie Redaktionen denken und arbeiten.
Was Journalist:innen wirklich brauchen
Medien entscheiden selbst, welche Inhalte sie wie bringen – und das ist gut so. Auch wenn Ressourcen knapp sind und bei manchen Medien die Berichterstattung eng an das Inseratenvolumen gekoppelt ist: Journalistische Arbeit ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, Fakten zu prüfen und Gegenmeinungen einzuholen. Als Leser*innen schätzen wir das.
Und wer das in der Medienarbeit beherzigt, hat wesentlich höhere Chancen, gehört zu werden. Denn niemand freut sich, wenn die Mailbox mit irrelevanten Werbetexten zugemüllt wird. Ein gut aufbereitetes Thema mit aktuellem Bezug, verlässlichen Zahlen und druckfähigem Fotomaterial schafft es eher in die Zeitung und bleibt dort auch fehlerfrei.
Check, re-check, double-check: Was im Journalismus selbstverständlich ist, gilt in der PR genauso. Vor jeder Aussendung gehören alle Zahlen, Namen, Titel und Zitate sorgfältig geprüft – und zwar von mindestens einer zweiten Person. Quellen sollten nachvollziehbar sein: Studien, Statistiken oder Daten gehören mit Quellenangabe versehen, damit Journalist:innen sie im Bedarfsfall rasch verifizieren können. Was nicht belegt werden kann, sollte nicht behauptet werden.
Fakten prüfen – bevor jemand anderes es tut
Aufbereitung: Was macht ein Thema medientauglich?
Nicht jede Unternehmensinfo ist eine Geschichte. Die entscheidende Frage lautet: Was ist neu, interessant, für die Zielgruppe des jeweiligen Mediums relevant? Ein guter PR-Text beantwortet die wichtigsten W-Fragen bereits im ersten Absatz – und liefert dazu alles, was eine Redaktion weiterverwenden kann: ein*e Protagonist*in, ein aussagekräftiges Zitat, ein konkretes Beispiel. Und natürlich gutes Bildmaterial in druckfähiger Qualität.
Timing: Wann ist der richtige Moment?
Auch der beste Text verpufft, wenn er zur falschen Zeit eintrifft. Redaktionen haben Rhythmen: Redaktionsschlüsse, Themenplanungen, ruhigere und stressigere Phasen. Wer diese kennt und berücksichtigt, erhöht die Chance auf Wahrnehmung erheblich. Faustregel: Dienstags bis donnerstags, vormittags – und immer mit ausreichend Vorlaufzeit vor dem gewünschten Erscheinungstermin.
Vorbereitung auf Rückfragen
Die Pressemitteilung ist raus – und dann? Journalist:innen, die Interesse haben, melden sich oft rasch mit Nachfragen. Die Ansprechperson muss gut erreichbar und gut vorbereitet sein: Sie sollte das Thema in der Tiefe kennen, auch unbequeme Fragen beantworten können und im Zweifelsfall wissen, wer im Unternehmen welche Expertise hat. Wer hier zögert oder vertröstet, verliert Vertrauen – und die Geschichte.
Gut vorbereitet zu sein bedeutet: die eigenen Fakten kennen, wissen, was andere darüber denken, und für alle Situationen gewappnet sein. Das ist keine Übertreibung – das ist die Basis.